Aus meinem Leben - Dankbarkeit

Das Wort «Dankbarkeit» hatte für mich während langer Zeit einen verstaubten Touch. Ich verstand nicht, was der ganze Wirbel um dieses Thema soll. Meine Neugierde liess mich trotzdem nicht los. Ich wollte das Geheimnis lüften!


Vieles in meinem Leben nahm ich für selbstverständlich hin. Mein Inneres sehnte sich nach noch mehr. Ich wünschte mir eine noch schönere Wohnung, ein noch tolleres Auto, einen noch besser bezahlten Job. Wenn ich mich umsah, war das für mich eine völlig normale Haltung, die ich auch bei anderen Menschen beobachtete.


Ich merkte nicht, wie ich mich in eine Endlosschlaufe begab. Irgendwie war der Punkt, an dem ich längerfristig sagen konnte: "Es ist gut so, wie es ist!", nicht in Sicht. In mir lebte die Illusion, dass wenn ich das oder jenes hätte, ich zufrieden wäre. Wenn ich meine gesetzten Ziele erreichte, merkte ich schnell, dass es sich nur um eine temporäre Zufriedenheit handelte, die bald wieder mehr einforderte.

Ich verstand den Sinn dahinter nicht.

Eines Tages beschloss ich, der Dankbarkeit auf die Spur zu gehen und begann, bewusst Dankbarkeit auszusprechen. Es fühlte sich mühsam an und ich verstand den Sinn der ganzen Übung noch immer nicht. Ich versuchte wirklich, dankbar zu sein und die Tipps von Menschen umzusetzen, die dankbar sind. Aber sobald Schwierigkeiten in meinem Leben aufzogen, verlor ich die Dankbarkeit wieder. Fromme Übungen, wie ich Dankbarkeit erreichen soll, halfen auch nicht wirklich weiter. Im Gegenteil: schnell überkam mich ein schlechtes Gewissen, weil ich es wieder nicht schaffte, dankbar zu sein.


Freut euch allezeit! Betet ohne Unterlass! Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 1. Thessalonicher 6, 15-18


2020 hatte es in sich!

Im letzten Jahr erkannte ich, dass alles, was ich aus eigner Anstrengung versuche, scheitern wird! Wahrhaftige Veränderung bringt nur etwas, wenn sie aus meinem tiefsten Herzen kommt. Mein Mann und ich gingen durch herausfordernde Zeiten. Während dem Lockdown 2020 sassen wir mit unserem Baby in einer 2.5-Zimmer Wohnung fest. Unser Sohn hatte keine Freude daran, im Kinderwagen unterwegs zu sein. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die neben dem Homeoffice meines Mannes die Betreuung unseres Sohnes durchzubringen. Unser Baby schlief schlecht und wir hatten viele schlaflose Nächte. Im Mai kam dann unser Hausumbau und Umzug dazu. Drei Wochen nach dem Einzug in unser Haus fiel ich die Treppe runter und zog mir eine langwierige Verletzung zu. Ich wurde an Krücken gebunden und so wurde unser Alltag erneut erschwert. Krücken und ein Baby in einem Haus sind eine sehr schlechte Kombination.


Dankbarkeit war für mich während dieser Zeit in weiter Ferne. Ich erinnere mich noch daran, als mein Mann kurz nach meinem Unfall zu mir sagte: "Rückblickend gesehen glaube ich, dass diese Zeit ein wahrer Segen für unsere Ehe und Familie wird!" Es sah für mich auf den ersten Blick nicht danach aus, doch Benji sollte rechtbehalten. Wir waren beide müde und erschöpft. Ich wusste nicht, wie ich aus dieser Situation herauskommen soll, aber ich entschied mich von ganzem Herzen dazu, weiter zu machen! Ich hatte kaum Kraft mehr, meine Seele wurde müde. Und doch meditierte Tag für Tag immer wieder über Psalm 23.


Der Heilige Geist ist unser Helfer


Als mich meine eigene Kraft verliess, wirkte der Heilige Geist so stark in mir. Diese Momente gaben mir Aufschwung. Der Aufschwung ist nach über einem halben Jahr noch immer zu spüren und er wird immer stärker. Etwas in mir hat sich verändert, das ich aus eigener Anstrengung niemals hätte verändern können. Es ist kein Abmühen mehr, dankbar zu sein. Die Dankbarkeit ist eine Grundhaltung, die sich fest in meinem Herzen verankerte und jetzt einfach so da ist!


Durchhalten

Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40, 29 - 31


In der Bibel steht geschrieben, dass die auf den Herrn harren, neue Kraft bekommen, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Was bedeutet harren? Der Duden legt es folgend aus: das Wort harren kann auch als hoffen oder auf etwas warten verstanden werden. Es ist eine bestimmte innerer Erwartung, mit der wir sehnsüchtig warten.


Die Gebete, die einem sofort alle Mühen abnehmen und plötzliche Wiederherstellung schenken, gibt es. Oft ist es aber einfach ein Harren auf den Herrn, ein sehnsüchtiges Warten bis wir mit Energie erfüllt werden und wir die schwierigen Umstände überwindet haben. Für mich war die Zeit im letzten Jahr eine persönliche Entwicklung, in der ich Jesus Christus auf eine völlig neue Art und Weise kennenlernte.


Ermutigung


Ich ermutige dich dazu, dich auf unseren Herrn Jesus Christus zu fokussieren, auch wenn es das einzige ist, das du noch kannst. Eins verspreche ich dir: dein Harren zahlt sich aus!


Mir persönlich gefällt das Lied "Dankbarkeit und Lobpreis" so gut (siehe Video unten). Es drückt für mich die Dankbarkeit im Herzen aus, die nur Gott schenken kann. Es tut so gut, wenn wir unsere Seele mit Musik daran erinnern, wie grossartig unser Gott ist und welche Gnade Tag für Tag auf uns wartet.


Ich wünsche dir, dass auch du diese Dankbarkeit von Herzen spürst und du Kraft und den Aufschwung eines Adlers bekommst!




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