Du bist berufen - glaubst du daran?

Wer meinen Blogeintrag vor zwei Wochen las, weiss, dass die letzte Zeit eine grosse Herausforderung für mich darstellte. Einerseits ist da dieser tiefe Wunsch nach einem Leben voller Glauben und Wunder, andererseits begegnen mir Zweifel. Ich wartete auf einen Richtungswechsel, doch dann kam der Sturm erst recht auf. Wie soll so ein Leben voller Freude und Ruhe funktionieren?


Vielleicht kennst du das auch aus deinem Leben. Die Umstände sprechen alles andere als dafür, dass die Zeiten rosig sind. Wenn du dich umschaust, siehst du nichts anderes als Sturm und Unruhe, Streit, aussichtslose Situationen, Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit oder Resignation. Menschlich gesehen ist es logisch, sich in einer solchen Situation unwohl zu fühlen. Immerhin bestätigen die Umstände, dass wir allen Grund zur Sorge haben.

Während den letzten Tagen wurde mir klar, in welche Gefahr ich mich mit einer solchen Haltung begebe. Jeden Tag wartete ich darauf, endlich ein Wunder Gottes zu sehen. Weil meine Angst inzwischen immer grösser wurde, musste ein bestimmtes Wunder eintreffen, damit ich wieder ruhig werden konnte. Meine Augen wurden blind für die anderen wundervollen Dinge, die um mich herum geschahen. Meine Stimmung begann mit den Wellen des Sturms auf und ab zu gehen. Manchmal verfärbte sich mein Gemüt so dunkel wie die Wolken über mir. Das Gefühl von Überforderung und «ich schaffe das nicht», übermannten mich. Ich fühlte die tiefe Herzensbeziehung zu Jesus nicht mehr.


Wie wird der Sturm still?


Das Leben spielt wie es will und wir können es nur bedingt beeinflussen. Stützen wir uns auf unsere Umstände und die Geschehnisse, sind wir davon abhängig, was uns das Leben bietet. Die Wahrscheinlichkeit, Krisenzeiten als unüberwindbare Herausforderung zu sehen oder sogar auszubrennen, ist sehr gross. Doch Jesus will nicht, dass wir von unseren Umständen abhängig sind. Wie schaffen wir das?

Die Bibel berichtet davon, dass Jesus auf dem Wasser ging und zu seinem Jünger Petrus sprach: «Komm!» Petrus folgte der Aufforderung und lief ebenfalls auf dem Wasser. Als Petrus den starken Wind sah, fürchtete er sich und er begann zu sinken. Er schrie um Hilfe. Jesus aber streckte sogleich die Hand aus, ergriff Petrus und sprach zu ihm: «Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?» Die ganze Geschichte kannst du in Matthäus 14, 22 - 36 nachlesen.


Hast du dir schon einmal überlegt, was Jesus mit dem Wort «Kleingläubiger» meinte? Petrus glaubte Jesus und wagte den Schritt aufs Wasser. Aber als er den Wind sah bekam er Angst und zweifelte an sich selbst. Petrus hatte einen klaren Ruf von Jesus, aber glaubte nicht an sich. Schlechte Gefühle kamen in Petrus auf, die ihm sagten, dass er das nicht schafft und dass der Wind viel mächtiger ist als er. Dabei wurde mir bewusst: Jesus glaubte an Petrus! Und genauso glaubt Jesus an dich und mich.

Wir müssen an uns selbst glauben!

Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

Römer 12, 2


Wir alle sind stark geprägt von unserer eigenen Lebensgeschichte. Vielleicht lernten wir nie, uns selbst etwas zuzutrauen oder wir dachten unser Leben lang, dass es die anderen besser können als wir. Oder es kam die Überzeugung auf, dass wir immer unser Bestes geben und gegen aussen ein gutes Bild abgeben müssen. Ganz egal, was deine «Lebenslügen» sind, möchte ich dich dazu ermutigen, diese Gedanken über dir selbst wahrzunehmen und dir die Frage zu stellen: Entsprechen diese Gedanken der Wahrheit?


Die Bibel schreibt davon, dass wir unser Wesen und unsere Sinne verwandeln lassen sollen. Das Problem ist nicht, dass Gott uns nichts zutraut. Er hat für jeden von uns eine wundervolle, ganz eigene Berufung. Das Problem ist, dass wir dabei nicht an uns selbst glauben und uns durch die (verklärte) Brille unseres eigenen Lebensstils sehen.


Du hast es in der Hand


Siehe, ich gebe euch die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch in irgendeiner Weise schaden.

Lukas 10, 19

Momentan stecke ich selbst mitten in den Fragen: Woran glaube ich? Wo gibt es noch Lebenslügen? Wo lebe ich noch nicht in der Ruhe und Freude Gottes, die er für mich vorgesehen hast?


Ich wünsche dir, dass du den Gedanken Gottes über dir immer mehr glauben kannst und dass du in das Leben hineinwächst, das Gott für dich vorgesehen hat. Es ist nie zu spät: Heute ist eine neue Chance! Alles Liebe



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