Aus meinem Leben - wer hat die ultimative Meinung?

Hast du dich schon gefragt, weshalb manche Menschen eine andere Meinung als du vertreten? Geht es dir manchmal auch so, dass du Unverständnis für Ansichten hast, die andere teilen? Wie gehst du damit um?

Es fasziniert mich, dass Menschen zu einem Thema gefühlt tausend unterschiedliche Meinungen haben. In der aktuellen Corona Situation finde ich es spannend, mir konträre Erkenntnisse und Rückschlüsse anzuhören. Auf Social Media scheinen die Diskussionen dazu zu explodieren. Die Menschen, die einen gegensätzlichen Standpunkt vertreten, werden meiner Beobachtung nach häufig als feindlich wahrgenommen.


Nebenbei wird von verschiedenen Quellen dazu berichtet, dass wir uns selber lieben sollen. Selbstliebe oder Selbstverwirklichung sind in der heutigen Zeit präsente Worte. Es ist wunderbar, dass wir mehr auf uns achten und uns selbst in einem guten Licht sehen. Schliesslich spricht die Bibel schon davon, dass wir nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden.


Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 1. Mose 1, 27


«Wir» sind Gottes Ebenbild


Weisst du, dass Gott dich nicht alleine als sein Ebenbild erschaffen hat? Gott hat uns (plural) als sein Ebenbild erschaffen. Ob du dich selbst oder dich in Gemeinschaft mit anderen als Gottes Ebenbild siehst, ist ein grosser Unterschied. Betrachtest du dich alleine als sein Ebenbild, läufst du Gefahr, unantastbar und unbelehrbar zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, eine egoistische Theologie zu entwickeln, ist gross.


Siehst du dich mit anderen als Gottes Ebenbild, heisst das, dass die Menschen um dich herum gleichwertig sind. Ich bin nicht besser als du, du bist nicht besser als ich. Alleine sind meine Fähigkeiten begrenzt. Zusammen multiplizieren wir uns und enorme Kräfte entwickeln sich.


Ist dein Gegenüber gleichwertig?


Wenn ich andere gleichwertig sehen möchte, muss ich in ihre Meinungen, Erlebnisse und Ansichten eintauchen. Im Vordergrund steht die gegenseitige Wertschätzung, denn wir sind alle Teil Gottes und von ihm gewollt. Menschen sind unterschiedlich und haben deshalb die Möglichkeit, Situationen aus einem anderen Blickwinkeln zu eruieren, als ich das mache. Wenn ich Rückschlüsse anderer nicht nachvollziehen kann, lohnt es sich, bei ihnen nachzufragen.


Jeder ist fehlbar und es ist wertvoll, wenn wir voneinander lernen können. Andere darauf aufmerksam zu machen, dass ich ihre Haltung kritisch sehe, gehört dazu. Oft fällt mir aber auf, dass es sich nicht um ein liebevolles Miteinander oder ein gegenseitiges Weiterbringen handelt. In vielen Fällen scheint es, als ob es darum geht, den anderen von seiner eigenen Meinung zu überzeugen. Ob es sich dabei um edle Motive handelt oder ob es um Rechthaben, Anerkennung oder Macht geht, kann an dieser Stelle jeder nur für sich selbst beantworten.

Die Frage, wer im Recht ist, zermürbt und zerstört, denn so verlassen wir den Weg der Gleichwertigkeit.

Mache ich mich lustig über andere Menschen und ihre Denkweise, mache ich mich lustig über Gott. Nehme ich andere Menschen nicht ernst, nehme ich Gott nicht ernst. Mache ich andere klein, mache ich Gott klein. Nur weil ich die Art und Weise einer Person nicht verstehe, heisst das nicht, dass diese Person falsch ist.


Gott ist so viel grösser als ein einziger menschlicher Verstand. Wenn ich denke, dass eine Person alleine die nahezu vollkommene Wahrheit hat, überhebe ich mich über Gott.


Liebt einander

Gibt es eine Person in deinem Leben, die dir widerstrebt? Dann ermutige ich dich dazu, diesen Menschen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Was gelingt dieser Person besser als dir? Welche Erkenntnisse könnte sie oder er haben, die dir fehlen? Gibt es etwas, das du sogar von ihr oder ihm lernen kannst?


Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 1. Korinther 13, 4 - 7


Lies diesen Abschnitt im Korintherbrief nochmals durch und ersetze das Wort «Liebe» durch «Ich». Ist dir bewusst, dass du durch Jesus Christus diese Eigenschaften in dir trägst? Vielleicht hilft es dir, wenn du die Verse täglich liest und dir vor Augen führst, dass diese göttliche Liebe in dir lebt. Belebe sie und stecke auch andere mit dieser Liebe an.


Liebevoller Reminder


Wenn du das Gefühl hast, dass deine Meinung zu einem gewissen Thema ultimativ ist, ist es wertvoll, genau hinzuschauen und dich zu fragen, ob andere vielleicht etwas verstehen, das du selbst noch nicht verstanden hast.


Ich wünsche dir, dass die Worte aus 1. Korinther 13 in deinem Leben sichtbar sind und sie für dich immer mehr Wirklichkeit werden.


Alles Liebe

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