Göttlicher Zeitplan vs. Schnelllebigkeit unserer heutigen Welt

Selbstoptimierung und gutes Zeitmanagement: Das sind Dinge, die mir schon im Schulkindalter beigebracht wurden. Ich lernte früh, dass es wichtig ist, effiziente Leistungen zu erbringen. Das Tempo wurde in der Berufswelt noch etwas rasanter. Doch wie sieht eigentlich Gott unser Zeitmanagement?


Mein Baby zog die Notbremse

Dass ich mich in einer enormen Leistungsgesellschaft befinde, wurde mir richtig bewusst, als ich Mutter wurde. Zuvor war ich immer in einem Anstellungsverhältnis und eine effiziente Arbeitsweise war für mich selbstverständlich. Ich genoss es, nach einem erfolgreichen Arbeitstag auf meine getane Arbeit zurückzublicken. Doch auf einmal lag da dieses kleine Geschöpf in meinen Armen, das meinen ganzen Alltag auf den Kopf stellte. Ich konnte mir im Voraus nicht vorstellen, wie hart es für mich sein würde, mich an dieses gebremste Lebenstempo mit Kind zu gewöhnen.


Die Tage vergingen und ich war mit stillen, tragen, wickeln und schlafen nachholen beschäftigt. Der Haushalt blieb liegen und auch sonst leistete ich nichts Sichtbares. Rückblickend gesehen weiss ich, dass ich zu dieser Zeit die krasseste Leistung meines Lebens erbrachte. Aber zu diesem Zeitpunkt fühlte sich das für mich nicht so an.

Das Mamiwerden war mein erster Schritt Richtung göttliches Zeitmanagement.

Denke ich an die Anfangszeit mit meinem Sohn zurück, merke ich, dass mich Gott durch das Muttersein näher an sein Herz zog.


Gottes Zeitplan

Vor mehr als einem Jahr erhielten mein Mann und ich die prophetischen Worte, dass Benji seinen Job aufgeben soll und wir auf Gottes Stimme vertrauen dürfen. Immer wieder erhielten wir die Vision eines Glaubenszentrums oder Gebetshauses. Wie das konkret aussehen wird, wissen wir bis heute nicht.


Als Benji seinen Job kündigte, rechnete ich nicht damit, dass ich auch heute noch keinen genauen Plan von Gottes Vision habe. Ich dachte, Wunder um Wunder werde passieren, Tür um Tür würde sich öffnen und innerhalb kurzer Zeit werden bei uns hunderte Menschen ein- und ausgehen, die vom Heiligen Geist berührt und wiederhergestellt werden.


Ich hadere immer wieder zwischen meiner eintrainierten Effizienz und der Ruhe, die Gott in mein Leben bringen möchte.


Das Leben im Zeitstrahl


Vor einigen Tagen begann ich damit, mein Leben in einem Zeitstrahl aufzuzeichnen. Ich stellte mir vor, wie mein Leben aus Sicht der 90-jährigen Natascha aussehen wird. Und auf einmal sah ich eine völlig neue Zeitdimension vor mir! Auf dem Papier sieht ein Jahr gegenüber 90 Jahren wie ein Klacks aus. Ich stellte mir Fragen wie: Wieso mache ich mir nur so einen Stress, dass ich alles in kürzester Zeit erreichen muss? Wieso zweifle ich an Gottes Zusagen, wenn sein Plan nicht innerhalb von wenigen Monaten eintrifft?


Mir wurde von Neuem bewusst, dass Gott ein anderes Zeitmanagement hat als ich! Gott beurteilt mich nicht nach meinen vermeintlichen Erfolgen und erledigten To Do's. Gott liebt mich einfach dafür, dass ich bin. Und in dieser Ruhe darf ich sein.


Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Matthäus 11, 29 - 30


Ich habe mich dazu entschieden, meine Gesinnung in diesem Punkt verändern zu lassen, mich auf Gottes Tempo einzulassen und darauf zu vertrauen, dass er weiter sieht als ich.


Alles Liebe



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