Glaubensermutigung - du darfst dir vertrauen

Die Bibel ist für mich pure Ermutigung und Liebe. Schaue ich auf meine Kirchengeschichte zurück, merke ich, dass ich oft das Gegenteilige erfuhr. Themen wie «kein Sex vor der Ehe» oder «darf man vor der Ehe zusammenziehen» wurden rauf und runter diskutiert. Ich finde es schade, dass so das Wesentliche - unser tiefe Herzensglaube - untergeht.


Wie ist Gott?

Das ist eine Frage, die sich viele Menschen stellen. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns eine andere Antwort darauf hat. Und trotzdem, oder gerade deswegen, sind christliche Gemeinschaften etwas Wunderbares. Es tut einfach gut, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein, zu beten, Gott Lieder zu singen und diese Liebe im Herzen zu teilen.


Mir fällt dabei auf, dass Menschen oft versuchen, Gott in Strukturen und eigene (Moral-)Vorstellungen zu pressen. Doch die Frage, wie Gottes Wesen ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Gott ist grösser als die Vorstellung einer einzigen Personengruppe.


In manchen Kirchen dürfen Menschen nicht mehr auf der Bühne stehen und Musik machen, weil sie sich der Ordnung der jeweiligen Kirche widersetzen. Verleiten solche Vorgaben nicht zu einem geheuchelten Saubermann-Image? Wer Dinge im Verborgenen tut, wie lügen oder neidisch sein, kommt dabei ohne sichtbare Konsequenzen davon. Menschen, die eine andere Ansicht haben und ehrlich sind, werden ausgegrenzt.


Nur ein Mensch wurde Gott


Ich sehe hinter der Haltung, dass eine Person oder Institution allgemeingültige Glaubensregeln vorgibt, grosse Gefahr. Wir versuchen so Gott in unserem menschlichen Denken und unseren eigenen Wertevorstellungen festzuhalten. Aber Gott liebt doch alle Menschen und vor ihm ist jede Sünde gleich. Weshalb sollte eine einzige Person oder kulturelle Gruppe verstanden haben, wie Gott wirklich ist? Geht mit manchen Sünden Gottes Gnade verloren und mit anderen Fehltritten nimmts Gott nicht so genau?


Ich bin nicht dafür, unseren Verstand auszuschalten und Dinge, die uns die Bibel lehrt, mit Füssen zu treten. Die Bibel ist das Buch der Weisheiten und zeigt das Wohlwollen Gottes uns gegenüber. Und da ist der springende Punkt: Gott will das Beste für uns. Wir tun uns selbst einen Gefallen, wenn wir uns von ihm verändern lassen. Fokussieren wir uns aber auf die Vorschriften und Regeln anderer Menschen, heisst das nicht, dass sich automatisch unsere Herzensveränderung anpasst. Das Leben Jesu ist das beste Beispiel dafür, dass Gott nicht auf äussere Lebensumstände und auf die Meinung religiöser Menschen Wert legt. Gott sieht viel tiefer. Ihn interessieren unsere wahren Absichten, die sich oft hinter einer kunstvoll aufgebauten Fassade verstecken.


Ich glaube, dass Diskussionen darüber, ob Sex oder zusammenziehen vor der Ehe biblisch ist, nicht zielführend sind. Viel interessanter sind für mich die Antworten Gottes auf meine Fragen: Herr, was denkst du darüber? Was wünschst du dir für mein Leben? Wie gelingt es mir, schambehaftete Themenbereiche in meinem Leben aufzudecken und ihnen liebevoll zu begegnen?


Vertraue in dich

Lass dir von keinem Menschen und von keiner Institution vorschreiben, was richtig oder falsch ist. Immer dann, wenn jemand die absolute Wahrheit zu wissen scheint, lohnt es sich, hellhörig zu werden und die Sachlage aus der Vogelperspektive zu betrachten.


Du bist dabei nicht alleine. Der Heilige Geist wohnt in dir! Dein Körper ist Tempel Gottes! Du trägst die Antworten auf deine Fragen bereits in dir. Alles was du dafür machen musst, ist Gott um Weisheit und Offenbarung zu bitten.

Das Gesetz steht in unseren Herzen

Gottes Gesetz ist Liebe und ist in dein Herz geschrieben. Deshalb lohnt es sich, eigene Verletzungen, Moralvorstellungen und Bitterkeit zu erkennen und Vergebung einziehen zu lassen. Vielleicht fragst du Gott einfach mal danach, wo sich in deinem Leben blinde Flecken befinden, die du selbst nicht siehst. So kann sich die überfliessende Liebe Gottes in deinem Leben (neu) ausbreiten.


Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf. 1. Korinther 13, 3 - 8


Alles Liebe


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