Interview mit Olivia - «Wir tragen den Lebenskompass in uns»

Olivia schaut auf ein Abenteuer zurück, von dem viele Menschen nur träumen: vor etwas mehr als vier Jahren wanderte sie mit ihrer Familie von der Schweiz nach La Palma aus. Ihr Traum, als Familie viel Zeit zu verbringen und ein gemeinsames Projekt zu haben, erfüllte sich. Im Interview erzählt Olivia, woher sie diesen Mut genommen hat und was sie sich für ihre Mitmenschen wünscht.



Arabelle: Was hat dich dazu bewegt, mit deiner Familie die Schweiz zu verlassen?


Olivia: Wir, mein Mann Michael und ich, träumten davon, viel Zeit als gesamte Familie verbringen zu können. Wir stellten uns ein grosses, offenes Haus mit viel Umschwung vor, das auch anderen Menschen als Oase dient. Es war unser Wunsch, ein Projekt zu haben, das wir gemeinsam als Ehepaar machen und so den Alltag zusammen verbringen können. Vor allem Michael war es wichtig, unsere Mädchen täglich beim Aufwachsen zu sehen und handwerklich in der Natur tätig zu sein. Bevor wir auswanderten, war das gar nicht der Fall. Michael arbeitete im Büro als Verkäufer im Innendienst.



Arabelle: Was war der ausschlaggebende Punkt, La Palma als neues Zuhause zu wählen?


Olivia: Die Vorstellung eines solchen Lebens, wie oben beschrieben, faszinierte uns und wir hielten daran fest. Im September 2015 machten wir mit meinem Schwager und seiner Familie Ferien auf einem Permakulturhof auf La Palma. Schon nach wenigen Tagen unserer Ferien wussten wir, etwas in diese Richtung könnte ein Lebensprojekt werden. Unser Eindruck wurde bestätigt, als wir unser heutiges 13'000 m² grosses Grundstück betraten. Es ist ein traumhaft schönes Paradies, das von den Vorbesitzern liebevoll aufgebaut und gepflegt wurde. Auf dem Grundstück wachsen viele Fruchtbäume, Sträucher, Pflanzen und es gibt einen grossen Gemüsegarten. Daneben gehört zum Grundstück ein Haupthaus, Gästehaus, eine Werkstatt, Ziegenstall, Katzen und Hühner.



Arabelle: Woher hast du das Vertrauen genommen, ein so mutiger Schritt zu gehen?


Olivia: Ich wollte nie auswandern, aber meine innere Stimme sagte mir, dass das unser Weg ist. Ich spürte einfach: das ist unsere Chance. Es war für mich keine einfache Entscheidung, denn ich musste andere Menschen, meine Familie und Freunde in der Schweiz, mit dem Schritt zur Auswanderung enttäuschen. Und doch hatte ich diese Gewissheit in mir, den richtigen Weg für uns als Familie zu gehen. Ich bin dankbar darüber, meiner Herzensstimme gefolgt zu sein.



Arabelle: Was ist das für eine Stimme, die dich dazu bewegt hat?


Olivia: Für mich ist diese innere Stimme «Gottes Stimme». Du kannst das auch als Intuition verstehen. Manchmal höre ich diese Stimme etwas klarer und dann wieder weniger klar. Als wir das Angebot in La Palma erhielten, war diese Stimme in mir ganz deutlich. Ich wusste, dass wir diesen Schritt als Familie wagen sollen. Immer wieder erlebe ich Dinge, die mir zeigen, dass ich diese Stimme ernst nehmen soll und ihr vertrauen kann.


Arabelle: Kannst du mit uns ein solches Erlebnis teilen?


Olivia: Michael erzählte mir vor zwei Jahren von einem Gemeinschaftsprojekt in Paraguay, welches genau das umsetzt, das wir uns wünschen und hier auf La Palma nicht so realisieren konnten. Wir spielten ernsthaft mit dem Gedanken, noch einmal in ein anderes Land umzuziehen. Das Projekt sah von aussen perfekt aus. Doch als Michael mir davon erzählte, hörte ich ganz klar, wie diese innere Stimme «Nein!» sagte. Michael war vom Projekt begeistert und ich wollte dem Ganzen eine Chance geben.

So nahmen wir unser 10-jähriges Hochzeitsjubiläum als Anlass dafür, um nach Paraguay zu reisen und uns vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Auch wenn dieses Projekt genau unseren Vorstellungen entsprach, liess mich diese innere Stimme während unserem Aufenthalt nicht los.

Wieder zu Hause in La Palma angekommen, betete ich zu Gott und sagte: «Ich kann Michael von meinem Gefühl nicht überzeugen. Wenn wir zu diesem Projekt Nein sagen sollen, musst du uns ein Zeichen geben, das auch für Michael klar ist. Am besten gibst du uns gleich drei Zeichen.» Der Tag kam, an dem drei klare und unmissverständliche Zeichen für ein Nein auch Michael überzeugten.

Wir sind froh, haben wir uns gegen das Projekt entschieden. Es erreichen uns immer wieder Geschichten von Menschen, die wir aus diesem Projekt kennen und unsere Entscheidung bestätigen. Es zeigt uns, dass wir uns genau richtig entschieden haben. Gott bewahrte uns vor etwas, das wir selbst nicht vorausgesehen hätten.


Arabelle: Wie sieht euer Leben heute in La Palma aus?


Olivia: Wir leben hier unser Traumleben. Unsere Mädels wachsen freilernend auf, wir haben ein gutes soziales Netzwerk und wundervolle Menschen um uns. Es ist uns ein Anliegen, im Einklang mit Gottes Schöpfung zu leben. Tiere und Natur zu achten und zu ehren und nach göttlichen Prinzipien und weniger nach dem weltlichen Massstab zu leben.

Auch wenn sich unsere Vorstellung von diesem gemeinschaftlichen Leben und anderen Dingen nicht ganz erfüllt haben, wie anfänglich gedacht, hat es sich mehr als gelohnt, auf diese innere Stimme zu hören und das Abenteuer Auswandern zu wagen. Das aller wichtigste und wertvollste ist, dass wir uns als Familie haben, gemeinsam Leben teilen, aneinander wachsen und unsere Persönlichkeit entfalten. Auch die Sicht und Beziehung zu Gott hat sich etwas verändert. Wir erleben sein Wirken mehr denn je.



Arabelle: Wie erlebt ihr Gottes Wirken in eurem Alltag?


Olivia: Wir machten bisher nie grossartig Werbung für unser Gästehaus und trotzdem finden die richtigen Menschen zu uns und es ist gut gebucht. Auch jetzt während der ganzen Coronazeit hatten wir das Gästehaus mehrheitlich vermietet. Wir sind finanziell versorgt und es mangelt uns an nichts. Wir sind gesund und mussten die letzten 5 Jahre nicht mehr zum Arzt. Gott ist unser Arzt und Heiler, wie es in der Bibel steht. Er trägt uns durch dunkle Täler und zeigt uns neue Wege auf oder schickt uns Menschen über den Weg, die uns in der jeweiligen Situation weiterhelfen.



Arabelle: Was haben dich die Erlebnisse der vergangenen Jahre gelehrt?


Olivia: Ich habe erlebt, dass wir keine Kontrolle über gewisse Lebensereignisse haben, aber wir bestimmen können, wie wir damit umgehen. Wir sind Schöpfer und nicht Opfer unseres Lebens. Es gibt immer einen Weg und Gott ist wohlwollend und hält das Beste für uns bereit, wenn ich mich nach ihm ausstrecke. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, mit den Augen des Herzens zu sehen, seinem inneren Kompass zu vertrauen und sich dabei nicht zu sehr von Äusserem oder Materiellem lenken zu lassen. Es lohnt sich, nicht festgefahren zu sein, offen für neue Wege und mit dem Flow zu gehen.



Arabelle: Welche Ermutigung möchtest du den Menschen mit auf ihren Weg geben?


Olivia: Ich wünsche mir, dass Menschen erfahren dürfen, dass es noch eine andere Welt gibt, als die wir mit unseren Augen sehen. Ich wünsche mir für Menschen, besonders für Frauen die ein spezielles Feingefühl haben, auf ihre Herzensstimme zu vertrauen, auf diesen inneren Kompass! Ich wünsche mir das Bewusstsein für die göttliche Kraft, die in uns wohnt und dass die Menschen Gottes Wunder in ihrem Leben erleben können. Wir dürfen Gottes Heilung und alles, was er uns verheissen hat, in Anspruch nehmen. Gott hält für jeden von uns einen einzigarten Plan bereit. Kein Mensch und kein Lebensplan ist gleich. Der persönliche Lebenskompass ist in uns, weil Gott in uns lebt.


Hat dich die Geschichte von Olivia und ihrer Familie gepackt? Hier findest du die ganze Geschichte ihrer Auswanderung. Folge der Inselfamilie auf Instagram, Facebook oder Telegram und lasse dich weiterhin von ihrem Lebensmut inspirieren.




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