Leben mit Jesus - trage ich Eigenverantwortung?

Wie geht es dir in der aktuellen Zeit? Was machen die Schlagzeilen rund um Corona, unserem Gesundheitssystem, die Entscheidungen der Politik und der Wirtschaftssituation mit dir? Bist du direkt betroffen?


Ungewissheit liegt in der Luft, die für viele spürbar ist. Die einen betrifft sie mehr, die anderen weniger. Doch irgendwie geht uns die Corona Situation alle etwas an. Auf Social Media lese ich von Menschen, die Entscheidungen der Politik oder Meinungen anderer überhaupt nicht nachvollziehen können. Ist es schwieriger denn je, in einem wohlwollenden Miteinander zu leben?

Gott gab allen Menschen einen eigenen Willen.

Bei kleinen Kindern können wir gut beobachten, wie sich ihr eigener Wille allmählich entwickelt. Für uns Erwachsene kann das ganz schön herausfordernd sein. Die Emotionen des Kleinkindes kommen uns ungefiltert entgegen. Irgendwann verlassen wir dann das Kindesalter und lernen, unsere Emotionen besser zu kontrollieren. Ist im Restaurant unser Lieblingsessen ausverkauft, schmeissen wir uns - hoffentlich - nicht schreiend auf den Boden. Wir haben gelernt, mit negativen Empfindungen umzugehen.


Und doch scheint es, als ob Teilbereiche unserer Gefühlswelt untrainiert bleiben. Wir lesen von Corona-Gegnern und regen uns wahnsinnig darüber auf, wie verantwortungslos diese Menschen reagieren. Auf der anderen Seite empören sich Menschen darüber, dass viele scheinbar blind den Anweisungen der Regierung folgen. Welche der beiden Seiten ist nun im Recht?


Wir knallen unserem Gegenüber unsere Meinung an den Kopf und hoffen, dass wir ihn umstimmen können. Falls sich das Gegenüber nicht überzeugen lässt, konnten wir immerhin Dampf ablassen. Wir denken, dass wir danach befreiter sind. Doch genau das Gegenteil passiert: zusätzliche negative Gedanken fügen sich dem hinzu und schon sind wir in einer giftigen Abwärtsspirale.

Du entscheidest über deine Gedanken.

Wunderbar ist, dass uns Jesus niemals unsere Eigenverantwortung nimmt. Wir können selbst entscheiden, wie wir mit einer Situation umgehen möchten. Wir können die Umstände nicht immer ändern. Aber wir können selbst entscheiden, was die Umstände mit uns machen.


In der Bibel finden wir viele schwierige Ereignisse und sehen, wie die Menschen sich von den Umständen nicht kleinmachen liessen. Die wohl bekannteste Geschichte ist, als Jesus sein Leben auf sich nahm und für uns ans Kreuz ging.

Du kannst diese herausfordernde Zeit als unbezwingbaren Riesen sehen. Du kannst diese Zeit aber auch als Chance nehmen, dein Innenleben genauer unter die Lupen zu nehmen. Krisen bringen an die Oberfläche, was schon lange in unserem Unterbewusstsein schlummerte. Manchmal brauchen wir einen Anstoss von aussen, um das zu erkennen.

Was ist mit den anderen Menschen nur falsch?

In Vergangenheit zog ich Menschen an, die sehr gerne Beziehungen pflegen. Ich mag das Zusammensein mit anderen ebenfalls sehr. Nach einer gewissen Zeit trat jedoch Folgendes auf: einige Menschen begannen mich einzunehmen und ich fühlte mich von ihnen erdrückt. Oft fragte ich mich, was mit diesen Menschen denn falsch sei, dass diese so einengend wurden.


Mir war nicht bewusst, dass der Triggerpunkt zwar durch andere Menschen ausgelöst wurde, aber das eigentliche Problem bei mir selber lag! Durch genaues Hinschauen und Aufarbeiten von Vergangenem erkannte ich, dass ich ein freiheitsliebender Mensch bin, der gerne Beziehungen pflegt, aber immer wieder Rückzug und Zeit für sich selber braucht. Die anderen Menschen sind völlig in Ordnung mit ihrem Bedürfnis nach nahen Beziehungen und ich bin ebenfalls völlig in Ordnung mit meinem Bedürfnis nach Freiheit. Es ist jedoch meine Eigenverantwortung, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und für mich Sorge zu tragen. Es ist zwar schön, wenn Mitmenschen meine Grenzen respektieren. Schlussendlich habe aber nur ich Verantwortung für mich selber.


Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreisst der neue Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet und die Schläuche verderben; sondern neuer Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden.

Markus 2, 22

Diese Gleichnis spricht Jesus zu den Pharisäern und den Jüngern des Johannes. Der neue Wein, von dem Jesus spricht, ist er selbst. Wenn du dein Leben Jesus hingegeben hast, wohnt er in dir! Du kannst dem nichts hinzufügen. Die alten Schläuche können sinnbildlich für alte Verhaltensmuster stehen.

Bleib bei dir.

Ich ermutige dich dazu, deinen Blick von anderen Menschen weg zu nehmen und den Blick bewusst auf dich zu richten. Welche Situation beschäftigt dich aktuell und löst ungute Gefühle in dir aus? Beantworte dir selbst diese Fragen:


- Wie heisst dieses negative Gefühl, das in mir aufkommt?

- Welche Gedanken löst dieses Gefühl in mir aus?

- Sind die Gedanken wahr?

- Was passiert mit meinem negativen Gefühl, wenn ich meine Gedanken mit Wahrheit fülle?


Beispiel:

Das negative Gefühl ist Eifersucht. Das Gefühl der Eifersucht löst Gedanken aus wie: "Alle anderen haben viel mehr als ich." Dieser Gedanke ist nicht wahr. Es gibt Menschen, die mehr haben als du, aber es gibt auch Menschen, die viel weniger haben als du. Das Gefühl der Eifersucht verliert an Raum, wenn du dir die Gedanken dahinter bewusst machst und die Wahrheit erkennst. Du kannst so entdecken, was hinter der Eifersucht steckt (Beispiel: Ich kam als Kind immer zu kurz und fühle mich benachteiligt, wenn andere erfolgreich sind.)


Pflege dein Innenleben und miste die alten Schläuche aus, damit dieser kostbare Wein in dir reifen und zur Entfaltung kommen kann. Jesus wird dich nicht gegen deinen Willen verändern. Es ist und bleibt bei dir, Verantwortung für deine Gedanken und dein Handeln zu übernehmen. Jesus reicht dir dabei seine Hand und überschüttet dich mit Liebe.


Ich ermutige dich dazu, deine negativen Gefühle ernst zu nehmen. Dahinter verbirgt sich ein grosser Schatz, der unglaubliches Potenzial hat.


Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch (in eurem Wesen) verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

Römer 12 , 2

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