Mama sein - zwischen Langeweile und Überforderung

«Ich kenne mich. Ich stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich bin eine reflektierte Frau.» Das sind Sätze, die ich vor dem Mama werden unterschrieben habe. Niemals hätte ich gedacht, dass mich das Mama werden so aufwühlen könnte und sich diese Sätze nur noch wie eine Illusion anfühlen.


Nach der Geburt meines ersten Sohnes fühlte ich mich verloren. Oft war ich müde und überreizt. Seine ständige Nähe war für mich zu viel. Ich machte mir schwere Vorwürfe, ohne zu wissen, dass alles in meinem Leben seine Daseinsberechtigung hat und gesehen werden will. Gefühlt werden will. Der Alltag war auf einmal so schwer: ich pendelte zwischen Unter- und Überforderung. Ich hatte keine Zeit mehr für mich und langweilte mich gleichzeitig.

Heute, zweieinhalb Jahre nach der Geburt meines ersten Sohnes, wird mir bewusst, dass ich lange Zeit nicht wusste, wer ich wirklich bin. Ich darf mich auf einer neuen, tieferen Ebene kennenlernen. Alte Glaubenssätze werden an die Oberfläche gespült und aufgelöst.


Mama werden ist kein Zuckerschlecken, es ist harte Arbeit. Es ist Arbeit, die in der Gesellschaft wenig Anerkennung bekommt. Und doch spüre ich, dass dieser Weg so heilsam ist.


Das unbeschwerte Lachen meiner beiden Kinder begleitet mich dabei Tag für Tag. Es ist so wohltuend. Perfektionismus und Leistungsdruck rücken immer mehr in den Hintergrund. Und ich fühle: das ist wahre Freiheit!


Alles Liebe


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