Unser Herz - ein tiefer Schatz

Wie geht es deinem Herzen? Das ist für mich eine Frage geworden, die ich mir regelmässig stelle. Viele Bibelstellen fordern uns dazu auf, unser Herz gut zu prüfen. Die Kraft des Heiligen Geistes ist so stark, doch durch Altlasten bleibt diese Kraft oft verborgen. Lasst uns den Müll ausmisten und unseren kostbaren Schatz ausgraben!


Ich bin davon begeistert, wie viel Weisheit und Wahrheit in der Bibel steckt! In den vergangenen Tagen habe ich mich mit dem Hebräerbrief auseinandergesetzt. Falls du diesen Brief noch nicht gelesen hast, ermutige ich dich dazu.

Während 40 Jahren wanderten die Israeliten durch die Wüste. Sie erlebten die übernatürlichen Werke Gottes hautnah und am eigenen Leib. Doch das reichte ihnen nicht aus, sie wollten mehr. Die Israeliten waren mit den gesehenen Wundern nicht zufrieden und Unglaube kehrte in ihr Herz ein. Wie ist das möglich?


Achtet deshalb darauf, liebe Brüder und Schwestern, dass ihr euch nicht ebenso durch eure Widerspenstigkeit zum Unglauben verleiten lasst und euch – wie eure Vorfahren – von dem lebendigen Gott abwendet. Ermahnt und ermutigt einander Tag für Tag, solange jenes »Heute« gilt und Gott zu euch redet. Nur so entgeht ihr der Gefahr, euch vor ihm zu verschließen, weil euch die Sünde betrogen hat. Denn nur wenn wir wirklich bis zuletzt an der Zuversicht festhalten, die der Glaube uns schenkt, gehören wir zu Christus. Darum gilt, was Gott gesagt hat: »Heute, wenn ihr meine Stimme hört, dann verschließt eure Herzen nicht wie eure Vorfahren, als sie sich erbittert gegen mich auflehnten.«

Hebräer 3, 12 - 15


Der Autor des Hebräerbriefes warnt uns davor, dass uns Unglaube vom Glauben abfallen lässt. Er fordert uns dazu auf, uns gegenseitig zu ermutigen und unsere Motive zu überprüfen. In der Übersetzung der Schlachterbibel steht, dass die Herzen der Israeliten verstockten.


Was bedeutet ein verstocktes Herz?


Der Duden beschreibt das Wort «verstockt» folgend: Es handelt sich um eine Person, die ohne Einsicht ist, in einer bestimmten inneren Haltung verharrt, bei seiner Meinung bleibt und zu keinem Nachgeben bereit ist.


Wurde dir auch schon von einem Mitmenschen (Chef, Freund, Ehepartner, Eltern, usw.) Unrecht getan? Gibt es Dinge und Altlasten, von denen du nicht loskommst und regelrecht in ihnen verharrst? Ehrlich gesagt fand ich mich in manchen Lebenssituationen genau in dieser Beschreibung wieder. Ich kenne das beispielsweise aus Diskussionen mit meinem Ehemann. In diesen Momenten möchte ich Recht behalten, von meiner Meinung nicht abweichen und bleibe uneinsichtig. Genau davor warnt der Hebräerbrief!


Ein verstocktes Herz führt zu Unglaube. Wir dürfen unsere Herzen nicht verstocken lassen. Uns droht so eine Blindheit für eigene Fehler. Sehen wir uns selbst verklärt, verschlechtert sich unser Bild des Gegenübers und wir versuchen, unseren eigenen Minderwert auszugleichen.

Umso tiefer wir im Minderwert sind, desto negativer bewerten wir unser Umfeld.

Wie wird mein Herz froh?


Das Schlüsselwort heisst Vergebung. Vielleicht geht es dir auch so: manchmal merke ich nicht einmal, dass Groll in mir ist und dass da unvergebene Geschichten in mir schlummern. Es ist so wichtig, negative Gefühle ernst zu nehmen und hinzuschauen, zu forschen und unsere dunklen Seiten ans Licht zu bringen. Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass es unglaublich befreiend ist, Menschen zu vergeben. Besonders dann wenn sie dir grosses Unrecht angetan haben.

Wo Menschen an mir schuldig werden, werde auch ich an ihnen schuldig, wenn ich ihnen nicht vergebe.

Schau also ganz genau hin: Vergib! Bekenne deine eigenen Fehler und bitte dafür um Vergebung.


Wir schaffen das nicht alleine!


Der Heilige Geist ist dein persönlicher Beistand und er möchte dir so gerne helfen. Du kannst den Heiligen Geist darum bitten, blinde Flecken und Verfehlungen aufzuzeigen. Wir müssen dabei verstehen, dass der Geist Gottes ein Gentleman ist und deinen freien Willen akzeptiert. Das alles ist freiwillig (freier Wille). Damit der Heilige Geist sein Werk in dir vollbringen kann, braucht der deshalb deine Einwilligung.

Wir können andere Menschen nicht verändern. Aber wir können entscheiden, in welche Richtung wir uns selbst entwickeln.


Heilung


Es ist so heilend, wenn unsere bitteren Geheimnisse ans Licht kommen. Alles was im Dunkeln liegt, hat Macht über uns. Dinge, die ans Licht kommen, verlieren ihre zerstörerische Kraft. Wenn Verfehlungen erst einmal an der Oberfläche sind, ist bereits die erste grosse Hürde geschafft. Bitte führ dir vor Augen, dass jeder von uns Eigenschaften in sich trägt, die er lieber verstecken möchte. Wenn du zu deinen eigenen Fehlern stehst, kannst du frei werden und ermutigst dadurch andere Menschen, bei sich selbst aufzuräumen.


Die ersten Verse von Hebräer 4 rufen dazu auf, in Gottes Ruhe einzukehren. Das wird mit Dringlichkeit erwähnt: wir sollen in Gottes Ruhe einkehren, bevor wir vom Glauben abfallen.


In Gottes Ruhe eingehen


Aufgrund der aktuellen Situation mit Corona sind weniger Aktivitäten möglich. Das scheint der perfekte Zeitpunkt zu sein, uns mehr dem himmlischen Vater zu widmen. Doch anstelle die Ruhe zu geniessen, «gönnen» wir uns einen Netflix- oder Game-Abend. Wir haben mehr Zeit, aber halten es kaum aus, einfach mal nichts zu tun und in der Stille zu sein.


Wovon spricht denn der Hebräerbrief bei dieser göttlichen Ruhe? Ich glaube, es hat damit zu tun, dass wir lernen sollen, Ruhe und Stille als etwas Schönes zu sehen. Die Stimme Gottes ist oft sanft und leise. Im Alltagslärm und zwischen Netflix oder YouTube geht diese Stimme unter. Wir müssen dem Heiligen Geist Raum geben und ihm erlauben, sich uns zu offenbaren. Ich weiss, dass das anfangs nicht leicht ist, vor allem wenn wir uns viel Action und Trubel gewöhnt sind. Ich finde es bereichernd, sich darauf einzulassen und seine Fähigkeit, Gottes Stimme wahrzunehmen, zu trainieren.

Der Heilige Geist möchte dir auch aufzeigen, wie wertvoll und kostbar du bist. Du musst nichts leisten, nichts erreichen, damit du bei Gott genügst und von ihm geliebt wirst. Du bist gewollt, genau so wie du heute bist! Egal ob mit oder ohne Makeup, mit oder ohne Filter, mit oder ohne Karriere, mit oder ohne Freunde, mit oder ohne Muskeln.

Du bist geliebt! Du bist gewollt!

Höre ich mich bei anderen um, scheint es, als ob diese Ruhephasen sehr angegriffen sind. Der Widersacher weiss, wie viel Kraft in Gottes Ruhe steckt. Es reicht oft nicht aus, wenn du dir beiläufig vornimmst, mehr Zeit mit Gott zu verbringen. Wenn du wirklich in seine Ruhe einkehren willst, musst du das Zepter in die Hand nehmen und dich aktiv dazu entscheiden - komme was wolle!


Bibel und Lesepläne auf dem Handy sind eine tolle Sache. Gehe aber behutsam mit der Versuchung um, «noch schnell» die spannende Nachricht der besten Freundin zu checken oder «nur noch schnell» die aktuellsten News zu lesen. Ich musste mir dabei nachhelfen und stieg deshalb auf meine physische Bibel und mein Notizbuch um.

Umso mehr Zeit du mit Ihm verbringst, desto mehr sehnt sich deine Seele nach dieser kostbaren Zeit.

Wenn dein Herz einmal verstanden hat, wie gross dieser Schatz ist, wirst du dich danach sehnen, Zeit mit deinem himmlischen Vater zu verbringen.


Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Es ist schärfer als die Klinge eines beidseitig geschliffenen Schwertes, dringt es doch bis in unser Innerstes, bis in unsere Seele und unseren Geist, und trifft uns tief in Mark und Bein. Dieses Wort ist ein unbestechlicher Richter über die Gedanken und geheimsten Wünsche unseres Herzens. Gottes Augen bleibt nichts verborgen; vor ihm ist alles sichtbar und offenkundig. Jeder Mensch muss Gott Rechenschaft geben.

Hebräer 4, 12 - 13


Die Zeit mit Gott soll etwas sein, das dir Leben und Kraft gibt. Wenn du merkst, dass sich das wie Zwang anfühlt oder du denkst, die Erwartung von Gott erfüllen zu müssen oder sogar vom schlechten Gewissen geplagt bist, empfehle ich dir von Herzen die Predigtserie zum Neuen Bund von Reinhard Hirtler. In diesem Blogeintrag schreibe ich darüber.

Öffne dein Herz und erlaube dem Geist Gottes, dich in eine neue Freiheit zu bringen!

Ich wünsche dir einen lebendigen Glauben, der tief verankert ist! Ich wünsche dir, dass dein Glaube Freude und Frucht in deinem Leben hervorbringst. Du bist gesegnet und ein Segen für deine Mitmenschen!


100 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen